Bayerische Datenschutzaufsicht zu Facebook Custom Audience

Michael Neuber

Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht (LDA) hat eine datenschutzrechtliche Prüfung hinsichtlich des Einsatzes von Facebook Custom Audiences durchgeführt und Hinweise zur Anwendung veröffentlicht.

Die Pressemitteilung und Hinweise können Sie hier abrufen.

Hintergrund der Prüfung waren laut LDA Nachfragen bayerischer Unternehmen, welche das Tool einsetzen wollten. Es kann zur Aussteuerung zielgruppenspezifischer Werbung unter anderem mit CRM-Daten oder mittels Einbinden eines entsprechenden Tracking-Pixels verwendet werden (Targeted Ads). In seinen Hinweisen betont das LDA, dass in beiden Anwendungsfällen personenbezogene Daten wie Vornamen, Nachnamen oder E-Mail-Adressen erhoben und genutzt werden. In diesen Fällen sei eine vorherige Einwilligung der Nutzer einzuholen. Im Falle der Einbindung des Trackingspixels sind – da auch nicht eingeloggete Facebook-User oder solche, die kein Profil dort haben erfasst werden – alle Nutzer zu Informieren und vorab nach einer Einwilligung zu fragen.

Nach derzeitiger Rechtslage ist eine einwilligungslose Verarbeitung von Nutzungsdaten nur möglich, wenn diese keine personenbezogenen Klardaten enthalten und in pseudonymer Form in Nutzerprofilen gespeichert werden. In jedem Falle muss der Nutzer umfassend informiert und ihm die Möglichkeit für ein Opt-Out gewährt werden.

Verantwortlich ist hier in jedem Falle das Unternehmen selbst. Darauf weist das LDA am Ende ausdrücklich hin.

Die Anwendungshinweise des LDA spiegeln lediglich die Auffassung der Datenschützer wider. In bestimmten Anwendungsfällen werden sie aber häufig als Leitlinien zur Anwendung datenschutzrechtlicher Vorschriften von Gerichten herangezogen.

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